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Jinal Tamszuqo
„Demonstrationen bringen doch sowieso nichts (mit wenigen Leuten)! Damit kann man doch nichts erreichen!“
01 Mart 2013 Cuma Saat 23:35

Solche und ähnliche Aussagen habe ich von verschiedenen Personen in letzter Zeit, wo das Thema Demonstrationen mehr und mehr auf die Tagesordnung unserer Aktivitäten kam, oft gehört. Meine Grundthese hierbei ist, dass wir ein bis dato sehr unpolitisches Volk sind. Es hat, vor allem in der Diaspora in Europa, sehr wenig Aktivitäten gegeben, für Tscherkessiche, also Adygeische Belange, kraftvoll und selbstbewusst im Außen einzutreten. Ein sehr wichtiges Entwicklungsziel der näheren Zukunft ist es meiner Meinung nach, unsere Nation zu politisieren und sie daran zu gewöhnen, auch auf die Straße, auf Demontrationen zu gehen, um die eigenen Anliegen auszudrücken und für seine Rechte politisch, demokratisch und friedlich zu kämpfen. Demonstrationen sind nicht alles, sie sind aber eine wichtige Methode für unseren nun startenden politischen Kampf!

Wichtig ist bei diesem Punkt zu differenzieren, wovon man genau spricht. Es gibt meiner Erfahrung nach unterschiedliche Wirkungen, welche die Demonstrationen entfalten können:

1)      Eine Wirkung nach außen. Das ist zum einen die Öffentlichkeit allgemein und auch Journalisten und Politiker, die man durch Demonstrationen auf die eigenen Anliegen aufmerksam machen möchte. Dadurch möchte man Sympathien gewinnen und somit mehr politisches Gewicht aufbauen.

2)      Wiederrum nach außen gerichtet, auf den Konfliktgegner, manche sprechen auch von Konfliktpartner, von dem man etwas haben möchte, an den man Forderungen stellt. Das könnte die russiche Zentralregierung, ihre Stadthalter im Kaukasus, die türkische Regierung, das Interntionale Olympische Commintee usw. sein. Je mehr Sympathien man gewinnen kann, desto stärker ist natürlich die Wirkung.

3)        Die Wirkung nach innen, auf die Teilnehmer einer Demonstration. Diese können im besten Falle ein Zusammengehörigkeitsgefühl und das Gefühl entwickeln, Teil einer Bewegung, Teil von etwas Größerem zu sein, sodass dieses „Größere“ an Kraft gewinnen kann. In unserem Falle ist dies der Wiederaufbau der Tscherkessichen Nation. Und die Erfahrung aus der Jahrzehnte langen Passivität und kollektiven Depression heraus zu kommen und gemeinsam etwas in Bewegung zu setzen, zu verändern[1]

4)      Die Wirkung auf unsere Vereine und auf andere Tscherkessen. Die bislang politisch passiven Vereine, wie die der FDTKV angeschlossenen, die seit Jahren nichts tun, was Russland oder die Türkei ärgern könnte, werden mit etwas Neuem konfrontiert. Plötzlich tun da Leute, die auch in ihren Vereinen Mitglieder sind etwas, was vorher nicht üblich war. Das irritiert und man wird wahrscheinlich versuchen – wie schon mehrfach erlebt – das Thema auszuschweigen und die Personen zu isolieren und schlecht über sie zu reden – meistens nicht direkt ins Gesicht, sondern hinter ihrem Rücken Stimmung gegen sie zu erzeugen. Irritation erscheint mir zur Zeit sehr notwendig, da unsere Vereine sehr starr agieren und mehr Flexibilität benötigen, um sich den verändernden Umständen anzupassen. Ein paar Leute werden aber aufgeweckt. Etwas, was sie schon länger gedacht und gefühlt haben, nämlich dass man um seine Rechte kämpfen muss, anstatt sich wie ein eingeschüchterter Sklave zu verhalten, werden inspiriert. Sie fangen an, die Bewegung interessant zu finden oder sogar aktiv zu unterstützen. Je mehr das werden, desto mehr geraten die bisherigen Strukturen und die sie unterstützenden Personen in Erklärungsnot. Bisher Anerkanntes wird in Frage gestellt und muss sich rechtfertigen. Dadurch wird es mit der Zeit zu offenen Diskussionen der verschiedenen Politiken kommen und auf Dauer wird sich nur das durchsetzen, was die größere Plausibilität und Kraft hat!

Wenn ich die Entwicklung der letzten zwei Jahre, seit den ersten Demontrationen in Vancouver vor dem SOCHI HAUS betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass die relativ wenigen Aktionen und im Vergleich zu Großdemonstrationen, wie in den arabischen Ländern, jetzt aktuell in Russland oder bei Umweltthemen in Deutschland, schon sehr vieles verändert habent:

·         Georgien hat den Tscherkessichen Genozid anerkannt, den es ohne die politische Vorarbeit tscherkessischer Aktivisten und als Teil der Methoden auch der Demonstrationen, sicherlich nicht gegeben.

·         Cihan Candemir, damaliger Vorstand von Kaf-Fed, sprach im November in Brüßel 2011 meines Wissens erstmalig offen davon, für die Anerkennung des Genozids kämpfen zu wollen.

·         Seit 150 Jahren oder länger waren im Mai 2011 erstmals wieder Vertreter der Tscherkessichen Diaspora zu einem Treffen mit russichen Dumaabgeordneten in Moskau eingeladen.

·         Presseagenturen, Wissenschaftler und Politiker weltweit werden aufmerksam auf unsere Nation und Medienberichte häufen sich.

·         Vereine in der Türkei fangen an sich als „Tscherkessisch“ umzutitulieren und die Diskussion, was unter dem Begriff „Tscherkesse“ und „Tscherkessien“ zu verstehen ist, wird klarer: TSCHERKESSEN sind die Adygear – PUNKT und TSCHERKESSIEN ist die Heimat der Tscherkessen – PUNKT.

 
Resümee:

Hätte man auf die Leute gehört, welche Demonstrationen und politische Aktivitäten immer in Frage stellten und es z.T. immer noch tun, hätte sich kaum etwas oder gar nichts verändert!

Die begonnenen Aktivitäten in Form von Demonstrationen, Solidaritätsveranstaltungen etc. sollten – neben anderen Methoden der politischen Aktivierung, wie Konferenzen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyarbeit und Kooperation mit wissenschaftlichen Instituten – fortgeführt und ausgebaut werden und sich als normale Aktivitäten unsere Vereine etablieren. Das wird uns stärken und unserer Stimme mit der Zeit immer mehr Gehör schenken. Sehr gute Möglichkeit dafür sind die sechs Nationaltage, die wir begonnen haben, weltweit gemeinsam mit der Heimat zu zelebrieren und uns gleichzeitig damit nach außen zu präsentieren!

Jeder lokale Verein könnte regelmäßige politische Diskussionen eröffnen und die jährlich stattfindenden Großveranstaltungen, wie in den letzten Jahren im Harz, in München, in Olpe, in Münster und nächstes Jahr in Norddeutschland sollten genutzt werden, um öffentlich, mit allen interessierten Teilnehmern über unsere Politik und unsere gemeinsame Zukunft zu diskutieren!

Jinal Tamszuqo
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„Demonstrations (with few participants) will bring us nothing!  We can accomplish nothing with it!“


Such and similar statements I have heard often from different persons in the last time, where the topic of demonstrations came more and more on the agenda of our activities. My thesis here is, that we are a very unpolitical people. Especially in the diaspora in europa, there have been very few activities for circassian, which means adygean matters, to stand up for ourselves in the public. A very important target for the next future should be from my viewpoint, to politizice our nation and to make it accustomed to go on the streets for demonstrations, to express our own matters and to fight for our rights in a democratic and peacefull way. Demonstrations are not all, but they are an important method, to start our political fight!


It is important in this case, to differentiate, about what exactly we are talking about. From my experience, there are different effects, which the demonstrations could have:

1)    An effect to the outside. This is on one side the public in general and on the other side journalists and politicians, that one want to draw their attention to ones matter, by means of the demonstrations. By that, one want to get support and build up more political influence.

2)    Also to the outside, towards the conflict opponent, some are saying conflict partner, from whom one wants to get something, onto whom one have demands. This could be the russian government, their gouvernors in the caucasus, the turkish government, the International Olympic Comitee and so on. The more sympathies one can get, the stronger the effect can be.

3)    An effect to the inside, to the participants of the demonstrations. In the best case, they can develop a sense of toghterness and of beeing part of a something more bigger. So that this „Bigger“ can develop more power. In our case this is the rebuilding of the Circassian Nation. And the experience, to come out of the decades long passivity, the collective depression and to have an effect, to change something[2].

4)    The effect towards our associations and towards other circassians. The until now politically passive associations, like those, who are associated to the FDTKV, who are doing since years nothing, that could make russia or turky angry, are confronted with something new. Suddenly persons, who are even members of the associations, are doing something, that was not usual before. This annoys and they will try – how often experienced – to remain silent about this topic and isolate these persons, to talk in a bad way them, not directly into their faces but from behind them. Irritaion seems to be very neccessary at this time, because our associations are acting very rigid and they need more flexibility, in order to adapt themselves to the changing circumstances. They maybe still hadn`t recognized, that the desolat situation, they are lamenting about, they are creating with their own behaviour and attitudes. But some persons will awake. Something, what they thought and felt since long time, that you have to stand up for your rights, instead to behave like a frightened slave, became inspired. They begin to became interested for the movement or even to support it actively. The more they become, the more the established structures and their supporting persons have to explain their position. That, what was accepted until now, will be questioned and have to become explained. Through this, the discussions about the differerent politics will become more open and in the course of time, that politics will become implemented, that is more plausible and that has the bigger power!


When I look at the developments of the last two years, since the demonstrations in Vancouver in front of the SOCHI HOUSE, I come to the conclusion, that the relative few actions, in relation to bigdemonstrations, like in the arabic countries, actuall in Russia or those for environmental protection, had changed many things:

ñ Georgia recognized the Circassian Genocide, which it surely wouldn´t have done, without the preparation work of the circassian activists and as a part of the methods also without the demonstrations.

ñ Cihan Candemir, at that time chairperson of Kaf-Fed, talked in november 2011 in Brussels for the first time openly, that he wants to stand up for the recognition of the genocide.

ñ Since 150 years or even longer in may 2011 for the first time delegates of the Circassian Diaspora where been invited for a meeting with members of the Russian Duma in Moscow.

ñ Press agencies, scientists and politicians worldwide are becoming more and more aware on our nation and media articles are increasing.

ñ Associations in turky had started to name themselves as „cerkes derneg“ and the dsicussion, what one can understand under the title „cerkes“ and „cerkesya“, is becoming more clear: CIRCASSIANS are the ADYGA – thats it and CIRCASSIA is the homeland of the circassians – thats it.

 
Conclusion:

If we had listended to those persons, who were allways been sceptical to demonstrations and political actions and for part, are still so, few or nothing would have changed!


The started activities in form of demonstrations, solidaritiy events and so on, beside other methods of political methods, like confernces, mediawork and public relations, lobby work and cooperation with scientific institutes should have been continued and established as normal activities in our associations. That will strentghen us and will give our voice more hearing. Very good possibilities are the six national days, that we had started to celebrate worldwide commnonly with the homeland and simultaneously presenting us to the outside!


Every local association could establishregular political discussions and the yearly happening big events, like last years in the Harz, Munich, Olpe, Münster and in the next year in the north of germany should be used, for opening public discussions about our politics and our common future.

 
Jinal Tamszuqo


[1]             Eine kleine Randbemerkung über Opfer-Psychologie: Bei der therapeutischen Behandlung von traumatisierten Personen, die Opfer von Gewalttaten wurden, stellt ein wichtiges therapeutisches Stadium jenes dar, wo sie anfangen aufzuhören, depressiv sich selber die Schuld für ihr Trauma zu geben. Sie fangen dann an, den Täter und seine Schuld zu akzeptieren. Sie hören auf, die Aggression nach innen zu lenken und beginnen, an Stärke zu gewinnen und aktiver aus ihrer Opferrolle rauszukommen! In einem ähnlichen Zustand scheinen wir uns derzeit zu befinden. Nachdem Jahrzehnte lang öffentlich, in unseren eigenen Vereinen propagiert wurde, Schuld an unserer Tragödie hätten nicht in erster Linie das zaristische Russland, sondern andere damalige Akteure und vor allem unsere eigenen Vorfahren, deren Zersplitterung, Uneinigkeit und unsere damaligen Fürsten. Dieses mag alles seinen Einfluss gehabt haben, aber es entlastet das Zaristische Russland nicht von seiner Schuld, welches Hunderttausende unserer Vorfahren ermordet und fast den gesamten Rest vertrieben hatte. Jetzt fangen einige an, die Realität klarer zu sehen und der Weltöffentlichkeit mitzuteilen, dass nicht wir selber, sondern das zaristische Russland die Schuld trägt und die heutige Russische Föderation als Nachfolgerstaat eine große Mitverantwortung für das weitere Schicksal der Tscherkessen trägt, die es aber noch nicht bereit ist, adäquat zu übernehmen!

[2]             A little passing comment about the psychology of victims: In the therapeutical treatment of traumatized persons, which became victims of acts of violences, an important therapeutical stage is that, where they start to stop, giving themselves depressivly the the guilt for their trauma. In that state they start, to accept that the perpetrator has the guilt. At that time, they start, to stop directing the aggressions to the inside and start, to gain strentgh and are coming out of the role of a victim! We are seemingly in a similar now. After for decades it was propageted in our own associations, that the guilt for our tragedy not primarilly the tsaristic russia has, but other actors of that time, firstly our own ancestors, whose splitting, disagreement and our selfish princes of that time. This may all had their influence, but it can not reduce the guilt of the tsaristic russia, which invaded our homeland, killed hundrets of thouthands of people and drove mostly the rest out. Some are starting now, to see the reality more clear and to communicate it to the world, that not we are carrying the main guilt, but the tsaristic russia and that the actuall russian federation, as the successor state, has responsibility for the coming fate of the circassians, which it is in these time still not willing to carry in an appropriate way.




SEMÝH AKGÜN

Tha woðepsov sigosh!

06 Mart 2013 Çarşamba Saat 15:06

Hatko Timaf

Vielen Dank Jinal! Hoffentlich werden unsere Leute bald viel politischer!

Ohne Politik gibt es keine Lösung für die desolate Lage unseres Volkes!

06 Mart 2013 Çarşamba Saat 03:30
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