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Jinal Tamszuqo
Spontane Mini-Demo vorm UN-Gebäude in Bonn.
23 Kasım 2012 Cuma Saat 13:46

Am 16.11.2012 fuhren Schamis und ich zu einer kleinen, spontanen Demonstration vor dem UN-Gebäude in Bonn. Schamis rief mich im Vorfeld, ein paar Tage vorher an, ob ich mitkommen könnte.  Wegen der aktuellen Bedrohung für die Tscherkessen in Syrien und weil für mich, als Demo-Neuling solche Aktionen immer sehr interessant sind, sagte ich zu.

Wir wollten uns eigentlich schon um 8:30 in Köln treffen, aber wie immer, kam Schamis zu spät. Diesmal nur 90 Minuten. „Kein Problem“, dachte ich, „ein richtiger Tscherkesse ist immer für Spontanität offen.“ Und nutzte die Zeit für Geschirrspülen und Hausutz – Tätigkeiten, die ein „moderner Tscherkesse“ beherrschen sollte. ;)))

Um 10 Uhr starteten wir und waren so eine knappe halbe Stunde später in Bonn. Da die Straße, wo das Gebäude war, für unser Navi nicht so gut zu finden war, hielten wir in der Nähe und gingen in die Richtung, wo wir das Gebäude vermuteten. Als wir dort ankamen, überlegten wir, wo wir uns am besten platzieren könnten, was von dem Pförtner und anderen Eingangs-Beamten scheinbar sehr deutlich registriert wurde. Denn als wir zurück zum Auto gingen, um unsere Flaggen und Schriftzüge zu holen, die Schamis, da muss ich ihn loben, vorbereitet hatte, sahen wir eine „verdächtig“ wirkende Person, wahrscheinlich ein Sicherheitsbeamter in Zivil, der uns in der Nähe des Wagens schon beobachtete. Es wurde immer interessanter!

Als wir schließlich mit unseren Demo-Utensilien vorm Eingang ankamen, waren schon andere Beamte dort und erwarteten uns. Wir sprachen kurz mit ihnen. Sie merkten wohl, dass es von uns nichts zu befürchten gibt, teilten uns allerdings mit, dass wir nicht auf dem Bürgersteig, direkt vorm Eingang uns platzieren dürfen, sondern auf die andere Straßenseite müssten. Das taten wir auch, entfalteten unsere Plakate und Flaggen und beobachteten unsererseits die Reaktionen.
Mehrere Personen kamen innerhalb des UN-Geländers in die Nähe des Absperrzaunes und sahen, was da bei uns vor sich ging, was wir geschrieben hatten und welch ungewohnte Flaggen wir im Wind schwenkten. Ich musste unweigerlich an die Passage aus „Istambulaquo“ denken, wo es um das Wehen der „Adyge Braq“ geht. - Sie sollte wieder viel sichtbarer werden in der Welt und an vielen Stellen wehen.

Es waren nicht sehr viele Passanten an dem abgelegenen Ort, aber das machte uns nichts, da wir ahnten, dass die Situation innerhalb des UN-Angestellten- und -Beamten-Stabes intern weiter geleitet und angesprochen wird. Uns war es wichtig, dort visibler zu werden und die „Tscherkessische Frage“ und das aktuell drängende Syrien-Thema in ihr Bewusstsein zu bringen.

Einige Passanten fragten uns sehr interessiert, worum es denn bei unserer Demo ginge und wer die Tscherkessen sind und warum wir eine Rückkehr in den Kaukasus fordern. Worauf wir ihnen gerne antworteten. Sie wünschten uns viel Erfolg und schossen sogar Fotos von uns.

Nach ca. 1 Stunde kam ein Polizeiwagen und 2 Polizisten stiegen aus. Sie nahmen unsere Personalien auf und erklärten uns einiges zum Demonstrationsrecht in Deutschland, auch dem Recht zu Spontan-Demos und dass dieses Recht tief im Grundgesetz verankert ist und auch von der Polizei geschützt wird. Auch sie wollten Näheres über uns Tscherkessen und den Grund der Spontan-Demo erfahren, machten Polizeifotos und verabschiedeten sich dann nett.

Kurz darauf mussten auch wir unsere Aktion abbrechen, aufgrund der Kälte und beruflicher Verpflichtungen. Schamis und ich gingen dann noch einen Aufwärm-Kaffee trinken und fuhren zurück nach Köln. Auf dem Weg zurück unterhielten wir uns noch darüber, dass, nachdem cherkessia.net seit einem Jahr das Thema der syrischen Tscherkessen als erstes thematisierte, anfangs mit vielen Beleidigungen konfrontiert wurden, nun immer mehr Gruppen und Organisationen, auch Kaf-Fed oder die Richtung um „Kafkasya Forumu“ das Thema übernommen haben. Letztere wohl deshalb, da sie nun, da sich Russland nicht bewegt, mit diesem Thema ihre Anti-Russland-Polemik zum Ausdruck bringen können. Fraglich bleibt dabei, ob es wirklich um die syrischen Tscherkessen oder eher um einen Grund geht, Hassgefühle zum Ausdruck zu bringen!?

Natürlich ist das Verhältnis zwischen Russland und den Tscherkessen, und Russland und den anderen Kaukasischen Völkern, wie Abchasen, Tschetschenen, Georgiern usw. sehr belastet. Russland trägt definitiv eine sehr große kollektive Schuld an den Kaukasiern, die auch immer wieder benannt werden muss, aber konstruktive, zukunftsorientierte Politik kann meiner Meinung nach nicht mit Hass-Polemik geführt werden.

Jinal Tamszuqo




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