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Jinal Tamszuqo
Die sechste Konferenz des Euro-Xase in Brüssel, 07.11.2011
18 Kasım 2011 Cuma Saat 18:35
Auch dieses Jahr lud der Euro-Xase wieder zu einer Konferenz im Europäischen Parlament in Brüssel ein. Auf ihrer Webseite http://euroxase.com/circassianday/index20111107.php wurden alle interessierten Personen und Organisationen eingeladen, teilzunehmen und ein Referat vorzutragen. Cherkessia.net wollte die Gelegenheit sehr gerne nutzen, die eigene Position darzustellen. Nach anfänglich positiven Zeichen und nachdem cherkessia.net dem Veranstalter die eigene Rede schriftlich hatte zukommen lassen, zog der Euro-Xase sein Angebot leider zurück und verwehrte cherkessia.net, seinen Redebeitrag zu halten.

Aufgrund der interessanten Rednerliste und der wichtigen Themen, die besprochen werden sollten, entschied sich cherkessia.net dennoch, an der Veranstaltung teilzunehmen – auch ohne eigenen Redebeitrag. Am Tag vor der eigentlichen Veranstaltung trafen wir (Schamis Hatko, Cengiz Deniz und ich) in Brüssel ein. Es waren bereits einige Personen angekommen und im Laufe des Tages und Abends fand das erste Kennen lernen statt und der Meinungsaustausch begann im informellen Kreis. Zur Sprache kam dabei auch, dass es nun wichtig ist, dass wir Tscherkessen, also Adygear, uns auf unsere Anliegen konzentrieren, anstatt wie in der Vergangenheit um andere, wie der abchasischen Politik. Das hätte uns 20 Jahre Zeit gekostet!

Das Besondere dieses Mal war, dass einige internationale Gäste – aus den USA (Cicek Chek, John Haghor), Australien (Alan DjaMirze) und aus Tscherkessien, der Region Krasnodar (Asker Socht), anwesend waren.

Am nächsten Tag begann dann die Konferenz in einem Sitzungssaal des Europäischen Parlamentes, nicht aber im Parlament selber.

John Haghor betonte in seiner Rede, dass die Rückkehr in die Heimat nicht nur ein nostalgischer Wunsch, sondern überlebensnotwendig für die Tscherkessische Nation sei. Die Entwicklung der Massenmedien, insbesondere des Internets und des internationalen Rechts bezüglich indigener Völker hätte die Politik unterdrückter Völker, wie uns, wichtige neue Möglichkeiten eröffnet. Eine Zusammenarbeit mit der EU sei für uns, als europäisches Volk mit europäischen Werten, wichtig und die EU könne versuchen auf die Russischen Föderation dahingehend einzuwirken, Menschenrechte mehr zu respektieren und die menschenrechtsverletztende Aktionen gegen tscherkessichen Aktivisten sein zu lassen. Weiterhin wären die Entwicklung einer modernen tscherkessischen Sprache und der Aufbau der Wirtschaft in Tscherkessien wichtig, welche auch von Russland gefördert werden sollte.

Cicek Check hob hervor, dass Kulturprogramme nun nicht mehr ausreichen, uns gegen Assimilation zu schützen. Neue Methoden müssten her. Die Diaspora solle nun anfangen, mehr auf die Heimat Tscherkessien, einzuwirken, damit die Möglichkeit der unbeschränkten Rückkehr ermöglicht wird. Auch Grundrechte und Menschenrechte müssten dort Realität werden. Das Ganze wäre aus ihrer Sicht sowohl für Tscherkessien, als auch für Russland eine gute Lösung, da viele Arbeitskräfte den Kaukasus verlassen. Der Wiederaufbau Tscherkessiens könne nicht mehr warten. Wir Adygear seien eine Nation, eine sehr alte und unsere Heimat sei immer Tscherkessien gewesen.

Es wurde auch kurz über die Situation der Tscherkessen in den USA berichtet. Der älteste Verein ist der in New Jersey. Von dort aus folgten weitere Wanderbewegungen nach Kalifornien, wo dann der Xase in Kalifornien, Los Angeles, entstand. Auch gäbe es intensive interne Diskussionen über das Pro und Kontra zur Winterolympiade in Sochi. Und in letzter Zeit würde eine vermehrte Zusammenarbeit mit anderen, nicht-tscherkessischen Organisationen stattfinden.

Alan DjaMirze berichtete von der Diaspora in Australien. Dort leben ca. 10.000 Tscherkessen!! Und Tscherkessisch sei als offizielle Sprache anerkannt. Weiterhin wird geplant, die Tscherkessen dort mehr zu organisieren und ein Kulturzentrum zu eröffnen. Dieses könne dann auch als Kontaktstelle für weitere tscherkessische Einwanderer fungieren. Der dortige Xase wird auch jetzt schon von der Regierung als offizieller Ansprechpartner für tscherkessische Belange angesehen. Er gab die Deklaration an die Anwesenden ab, dass die Tscherkessen eine eigene Nation sind und plädierte dafür, die ILO-Konvention 169 der UN, die am 13.09.2007 in Kraft trat und andere internationale Rechte auch für die Tscherkessen in Anspruch zu nehmen! (Bei dieser Konvention wurde u.A. beschlossen, indigenen Völkern das Recht auf Selbstbestimmung und der vollen Kontrolle über ihr Land und ihre Ressourcen zuzugestehen. Ferner die Ausübung ihrer Bräuche und die Gleichstellung mit allen anderen Völkern und Nationen. Anm. des Verfassers)

Auch auf der Konferenz kam es zu interessanten Neuerungen und wichtigen Themen wurden aufgegriffen. So kam mehrmals die Frage auf, was die einzelnen Personen und Organisationen unter dem Begriff „Tscherkesse“ verstanden. Eine Diskussion entstand, welche dann von Cihan Candemir mit dem Argument beednet wurde, dass diese Diskussion unproduktiv sei und von außen an uns herangetragen wurde.

Teilen kann ich seine Einschätzung nicht, da es solche Diskussionen in Europa bereits vor 20 – 30 Jahren gab, als man merkte, dass man aus Rücksicht vor den anderen Nordkauksiern, die kein Tscherkesisch verstanden, türkisch sprach. Dadurch wurde die Beibehaltung der eigenen Sprache – auch der anderen Nordkaukasischen - bedeutend erschwert.

Die Diskussion fand damals meines Wissens aus den Vereinen selbst heraus statt und wurde nicht von außen an uns heran getragen. Die Frage ist auch, was man unter „außen“ und was unter „innen“ versteht. Meiner Meinung nach gehört abchasische Politik ins Außen, weil es keine tscherkessiche ist. Insofern ist es die Position, dass alle Nordkaukasier Tscherkessen seien, von außen heran getragen worden und nicht umgekehrt.

Außerdem geht es bei der Definition, wer als Tscherkesse zu bezeichnen ist, heute um sehr weit reichende politische Implikationen geht: Wenn man als Tscherkesse nur die eigentlichen Tscherkessen, also die Adygear bezeichnet, bedeutet das auch, dass es bei tscherkessicher Politik um TSCHERKESSIEN geht! Subsumiert man aber andere oder gar alle Nordkaukasier darunter, geht es nicht um Tscherkessien, sondern eine viel weitere Region.

Will man darauf hinarbeiten, Tscherkessien wieder aufzubauen, muss man sich auf die eigentliche Bedeutung des Begriffes beschränken. Denn die Interessen anderer Nordkaukasier, z.B. der Abchasen, sind in essentiellen Punkten, z.B. wenn es um die so wichtige Anerkennung des Genozids durch Georgien geht, sehr weit entfernt von der Tscherkessischen. Abchasien hat bekannter- und verständlicherweise ein großes Problem mit Georgien. Tscherkessien aber nicht! Im Gegenteil. Georgien hat durch seine Anerkennung des Genozids die Türen geöffnet, damit Tscherkessische Politik sich auf die Weltbühne zurück melden kann.

Lässt man die anderen nordkaukasischen Einflüsse weiterhin in tscherkessischen Organisationen zu, kann es zu keiner konzentrierten Kraft kommen, eine starke eigene Politik aufzubauen. Es würden immer potenzielle innere Konflikte bestehen bleiben, welche durch Kräfte, die den Aufbau Tscherkessiens und der Tscherkessischen Nation verhindern wollen, ausgenutzt werden könnten.

Die Frage die sich nun stellt, ist also die, wie sehr KAF-FED daran interessiert ist, am Wiederaufbau von Tscherkessien produktiv seinen Beitrag zu leisten oder ob es weiterhin viele nicht-tscherkessische Interessen verfolgt. Ein Fortschritt war zumindest darin zu sehen, dass Herr Candemir den Begriff „Tscherkessien“ benutzte. Wenn auch nicht auf unsere Zukunft, sondern nur auf das historische Tscherkessien bezogen. - Aber immerhin.

Bleibt abzuwarten, wann sich KAF-FED der patriotischen Bewegung anschließt und auch vom zukünftigen Tscherkessien anfängt zu sprechen.

Sehr positiv zu bewerten ist allerdings, dass Herr Candemir angefangen hat, deutlich darauf verweisen, dass wir darauf hinarbeiten sollen, den Genozid Russlands an unserer Nation, weltweit noch mehr anerkennen zu lassen. Bislang sei es noch ein „forgotten genocide“.

Wenn er es ernst meint, würde das auch eine Meinungsänderung bezüglich der Anerkennung durch Georgien implizieren. Denn dieses war der erste wichtige Schritt in diese Richtung und Georgien hat weitere Unterstützung zugesagt. - Eine 180%-Wendung. Denn vor wenigen Monaten nannte KAF-FED alle Unterstützer der Anerkennung durch Georgien, „Verräter“.

Insgesamt war der Schwerpunkt der politischen Forderungen, die Cihan Candemir ansprach allerdings eher auf die Türkei bezogen: Man sollte die Regierung dazu bringen, Kindergärten mit tscherkessisch-sprachigen Erziehern und Schulen mit Tscherkessich-Unterricht einzurichten. Tscherekessische Dörfer sollten wieder ihre tscherkessischen, statt der türkischen Namen zurück erhalten. Die Tscherkessische Sprache sollte akademisch gefördert werden und Fernseh- und Radiosender sollten ganztägig in Tscherkessisch senden dürfen. Die Türkei solle Abchasien und Südossetien (er scheint sie zu den Tscherkessen zu zu rechnen, Anm. des Verfassers) anerkennen und Flug- und Schiffsverbindungen dorthin wieder aufnehmen und wirtschaftliche Kooperationen aufbauen.

Wenn KAF-FED weiterhin alle Nordkaukasier oder auch nur Tscherkessen und Abchasen, als Tscherkessen versteht, könnte es in Zukunft zu absurden Verhandlungsergebnissen kommen:

Türkische Regierung: „Tscherkessische Kindergärten können wir leider nicht errichten. Dafür wären wir aber bereit, den Flugverkehr nach Abchasien wieder aufzunehmen!
 
KAF-FED: „Schade, aber das wäre immerhin ein Kompromiss. Ok, wir stimmen zu!“

Oder:

Russische Regierung: „Also in die Entwicklung der Wirtschaft in Tscherkessien können wir leider nicht investieren. Dafür wären wir aber bereit, die Wirtschaft Abchasiens zu stärken.“

KAF-FED: „Schade, aber das wäre immerhin ein Kompromiss. Ok, wir stimmen zu!“

Als weiterer Redner erschienen, war auch Professor Dr. Köpke, Leiter des Völkerkunde Museums Hamburg. Er berichtete von seinen, bis in seine Kindheit zurück reichenden persönlichen Beziehungen zu den Tscherkessen und Kaukasiern, die daher rührten, dass sein Großvater in sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Kaukasus war und später von dort eigentlich gar nicht mehr zurück kehren wollte, weil es ihm dort so gut gefiel, worüber er seinem Enkel dann viel berichtete. 1992, als neuer Direktor des Völkerkundemuseums in Hamburg organisierte er dort die Ausstellung bezüglich Abchasiens, welches damals gerade seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Seitdem war Herr Köpke für die Behörden ein Ansprechpartner für kaukasische Belange.

 Am 21ten Mai dieses Jahres wurde schließlich eine neue Veranstaltung, zum Gedenken an den Tscherkessischen Genozid durchgeführt. Dann stellte er uns das von ihm geplante Projekt einer Öffentlichkeitskampagne vor. Als Außenstehender wies er uns auch darauf hin, wie viel Ressourcen und Potenzial wir als Volk und Nation haben: Mut, Gastfreundschaft, Achtung beider Geschlechter usw. und dass wir anfangen sollten, uns mehr auf diese zu besinnen, anstatt uns zu sehr mit Problematischem zu beschäftigen und zu identifizieren. Wir sollten lieber produktiv innovative Projekte angehen und unsere Stärken nutzen.

Er stellte auch dar, dass die Uneinigkeit und Zerstrittenheit, die wir immer wieder erleben, kein Kennzeichen des Tscherkessischen Charakters sei. Vielmehr sei das normal für alle Diaspora-Nationen und weil äußere Mächte ein Interesse daran haben, uns so zerstritten zu halten. Es soll in Zukunft eine große Ausstellung mit tscherkessischen Artefakten geben. Vorher wäre aber eine längerfristige Öffentlichkeitskampagne durchzuführen, um uns in Europa erst mal wieder bekannt zu machen.

Ein Medium könnte dafür das Internet und die Internetenzyklopädie „Wikipedia“ sein, auf der es bislang noch sehr wenige Themen bezüglich Tscherkessien und Tscherkessen gäbe. Sochi sähe er als gute Möglichkeit, die Welt auf unsere Belange aufmerksam zu machen, trotz seines Verständnisses für die, für uns damit verbundene Problematik. Bei der Winterolympiade 2010 in Vancouver hätte es ähnliche Themen mit der dortigen Urbevölkerung gegeben und diese hätten die Gelegenheit gut genützt, auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Davon sollten wir lernen.

Wir sollten nun eine Imagekampagne starten, bei der wir der Welt das Einzigartige der tscherkessischen Kultur, die großartigen Krieger, die herrlichen Speisen, die Langlebigkeit, die spezielle Reitkulur, die Achtung vor dem weiblichen Geschlecht und dass es die älteste noch existierende Kultur Europas ist, näher bringen! Das wären alles Aspekte, die für andere interessant wären. Die Ausstellung könne dann auch in Europa, Türkei und anderswo gezeigt werden und würde auch unsere Jugend zum Mitmachen und zum Interesse an der eigenen Kultur animieren.

Alan DjaMirze aus Australien stellte eine Mappe vor, bei der es um einen Antrag ging, international, von der UN anerkannte Menschenrechte für unsere Nation in Anspruch zu nehmen. Außerdem deklarierte er, dass das Tscherkessische Volk eine Nation ist. Eine Nation, allerdings ohne eigenes Land.

Asker Socht aus Tscherkessien berichtete von den jüngsten Entwicklungen in Krasnodar und überhaupt in Tscherkessien: Es gäbe nun viele Studienplätze für Diaspora-Tscherkessen, ohne Studiengebühr und in Krasnodar gäbe es in den letzten zwei bis drei Jahren immer mehr Diaspora-Tscherkessen, die dort zum arbeiten hinziehen, weil die Wirtschaft dort sehr gut voran kommt. Er machte, auch in Nebengesprächen, deutlich, dass seine Haupthoffnung auf der Jugend liegt. Man müsse deshalb mehr und mehr Jugendreisen zwischen Diaspora und Tscherkessien etablieren und die Jugend dazu motivieren, in Tscherkessien zu studieren und so dort Wurzeln zu schlagen und zu mehr Miteinander mit den einheimischen Tscherkessen zu kommen.

Der Eindruck, den er vermittelte, war, dass sich die Russische Regierung verstärkt der wachsenden Politisierung der Tscherkessen in der Diaspora und der Heimat bewusst wird und anfängt, darauf zu reagieren. (Bei der Forderung, die Tscherkessen wegen des Genozids und der ethnischen Massensäuberungen als besonderen Fall zu behandeln und ihnen die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft zuzubilligen, waren bislang allerdings keine Zugeständnisse gemacht wurden, geschweige denn, den Genozid selbst anzuerkennen. Ein Antrag auf Anerkennung des Genozids, der dieses Jahr im Mai von Aktivisten von cherkessia.net an die Russische Botschaft in Ankara gestellt wurde, wurde gar nicht erst angenommen! Anm. des Verfassers)

 Auch ist weiterhin fraglich, ob es zu nachhaltigen, auch nach der Winterolympiade weiter bestehendem Wandel der russischen Politik kommt. Ferner spricht gegen sein positives Russland-Bild, dass die Tscherkessischen Aktivisten in Tscherkessien und der Russischen Föderation allgemein, nach wie vor viele Probleme haben, eingeschüchtert werden und es auch Tote unter ihnen gibt.

Neu und positiv zu bewerten ist es, dass der Veranstalter dieses Jahr auch seine Konkurrenzorganisation, die FDTKV, eingeladen hatte. Die Einladung war leider sehr kurzfristig, sodass sich die FDTKV nicht zu einer Teilnahme entschließen konnte. Es ist zu hoffen, dass diese Annäherung weitergeht und es bei folgenden Veranstaltungen zu einer Teilnahme beider Organisationen oder sogar zu einer gemeinsamen Planung und Durchführung kommen wird.

Für die Zukunft der Tscherkessen, also Adygear, ist es wichtig, dass alle Kräfte sich bündeln, dass man vergangene Konflikte hinter sich lässt und gemeinsam für den Wiederaufbau Tscherkessiens und die Anerkennung des Genozids arbeitet. Die Sturköpfe in beiden Organisationen sollten sich zurück nehmen und den produktiven Personen Raum geben!

Beide Organisationen sollten auch zu tscherkessischer, also adygeischer Politik finden. In den letzten sechs Jahren vertrat die FDTKV keine Tscherkessichen Interessen, mit denen man Moskau in irgendeiner Form ärgern könnte und der Euro-Xase vertritt vielfach eher „nordkaukasische Politik“. Authentische tscherkessische Politik war in der jüngeren Vergangenheit von keiner der Organisationen zu sehen, allenfalls in Ansätzen!

Auch wäre es für weitere Veranstaltungen sinnvoll, im Vorfeld noch mehr Öffentlichkeitsarbeit zu machen, damit noch mehr Parlamentarier an der Konferenz teilnehmen, als es diesmal der Fall war. Man könnte mit Arbeitsgruppen, die sich mit Menschenrechtsfragen beschäftigen, zusammen arbeiten oder andere Gremien nutzen, wenn es z.B. um einen Antrag auf Anerkennung des Genozids geht. Es wären dann Redner interessant, die sich explizit mit der Menschenrechtslage in Tscherkessien und der Russischen Föderation insgesamt auskennen, wie auch Historiker, die sich in die Thematik des Tscherkessichen Genozids hineingearbeitet hätten.

Als Resümee kann gezogen werden, dass es eine weitgehende Einigung darüber gab, an der weiteren Anerkennung des Genozids und der Verbesserung der Rechte der Tscherkessen zu arbeiten. Wichtige rechtliche Grundlage dafür ist die erwähnte ILO-Konvention 169 der UN.

Bleibt abzuwarten, ob sich auch die nicht anwesende FDTKV in Zukunft zu diesen Schritten entschließen wird und damit nach 2005 zum ersten Mal wieder eine Gegenposition zu Moskau einnehmen würde. (Damals protestierte die FDTKV zusammen mit anderen tscherkessischen Verbänden gegen die von Moskau geplante Abschaffung der Republik Adygea. Danach aber passierte auch sehr vieles, was bei ihr kein offenes Echo fand:

So fand die Feier zur so genannten 450jährigen freiwilligen Eingliederung Tscherkessiens in das russische Reich statt.

Sochi wurde von Putin als Stadt dargestellt, in der früher Georgier, Kosaken, Griechen und andere lebten. Tscherkessen, als eigentliche Urbevölkerung, mit eigenem Parlament in ihrer damaligen letzten Hauptstadt, wurden nicht benannt, ebenso wenig, dass von Sochi aus viele Schiffe die Vertriebenen ins Osmanische Reich verschifften.

Die Tscherkessischen Republiken im Kaukasus wurden durch die Etablierung der Großregionen „Südrussland“ und „Nordkaukasus“ weiter getrennt.

Der Titel des Republikspräsidenten wurde abgeschafft.

Politische Aktivisten in Kanada machten 2010 zum ersten Mal der Öffentlichkeit deutlich, was Sochi und Tscherkessien früher war.

Die Eskalation der Gewalt nahm seit 2009 in Kabardino-Balkarien deutlich zu.

Georgien erkannte in einem historischen Ereignis als erster Staat den Genozid am Tscherkessichen Volk an.

Die weltweiten Demonstrationen und Protestaktionen nahmen in den letzten 1,5 Jahren deutlich zu… Alles ohne Kommentar der FDTKV. Anm. des Verfassers.)

Werden Moskau, Istanbul und Sochumi weiterhin die Politik eines großen Teils der Tscherkessischen Diaspora in Europa bestimmen? Es bleibt abzuwarten…












Hatko Timaf (Cengiz Deniz)

Das ich mit dir einer Meinung bin und deinen Beitrag sehr gut finde muss ich dir ja nicht sagen glaube ich Jinal:) Wopsow!

19 Kasım 2011 Cumartesi Saat 15:20
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